Social Media im Recruiting: Unternehmen nutzen Potenzial nicht aus
Social Media ist kein Hype, den man aussitzen kann. Diese Erkenntnis ist auch in Unternehmen mittlerweile angekommen. Und gerade im Bereich Personalmarketing bieten Soziale Netzwerke enormes Potenzial. Jetzt belegt aber die kürzlich veröffentlichte “Studie zur Wirkung von Social Media im Personalmarketing 2011″: Im Recruiting schöpfen viele Unternehmen das vorhandene Potential sozialer Netzwerke nicht aus.
Dabeisein ist nicht alles. Das gilt auch für die Nutzung von Social Media im Marketing. Auf der einen Seite erwarten Arbeitnehmer von einem attraktiven Unternehmen, dass es mit entsprechenden Auftritten im Social Web zu finden ist. Auf der anderen Seite sollten diese aber auch den Nerv der Fachkräfte treffen, um ihre Wirkung zu entfalten. Doch was spricht potentielle Arbeitnehmer in Sozialen Netzwerken eigentlich an?
“Studie zur Wirkung von Social Media im Personamarketing 2011″
Dieser Frage gingen Prof. Thorsten Petry von der Wiesbaden Business School und Florian Schreckenbach von der Managementberatung embrander in der “Studie zur Wirkung von Social Media im Personalmarketing 2011″ nach, für die 835 Personen der Zielgruppen “Fach- und Führungskräfte” (19 Prozent) sowie “Studenten” (79 Prozent) befragt wurden.
Wesentliche Ergebnisse der Befragung
Die Ergebnisse der Studie sind aufschlussreich: Nur einem Drittel der Studienteilnehmer sind bisher Personalmarketing-Aktivitäten in Social Media aufgefallen. Unter denjenigen Firmen, deren Aktivitäten von den Befragten bemerkt wurden, sind Konzerne wie BMW, Siemens, Lufthansa, L’Oréal, Daimler, Otto und die Telekom. Aber auch mittelständische Unternehmen wie Krones fielen den Befragten auf.
Dies zeigt, dass eine Vielzahl von Arbeitgebern noch keine effektive Strategie für den Bereich Recruiting via Social Media entwickelt haben. Auch wenn sie entsprechende Auftritte vorweisen können, so scheinen diese aber nicht zwingend dem zu entsprechen, was Arbeitnehmer von einem attraktiven Unternehmen erwarten.
Welche Maßnahmen erhöhen die Attraktivität eines Unternehmens?
Folgende Maßnahmen steigern in den Augen der Studenten die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber:
- Stellenanzeigen: 70 %
- Karriereseiten: 65 %
- Events: 56 %
- Mitarbeiter-Empfehlungen: 48 %
- Facebook-Page: 39 %
- Arbeitgeber-Video: 27 %
- Arbeitgeberbewertungen: 24 %
Anhand dieser Ergebnisse sieht man interessanterweise auch, dass klassische Personalmarketing-Maßnahmen wie Events weiterhin gefragt sind. Gleichzeitig ist das Internet als Recruiting-Plattform immer weiter im Kommen.
Facebook-Fanpages und YouTube im Recruiting-Bereich
Aufschlussreich ist auch das Thema Facebook: Hier darf man nämlich Fans nicht mit denjenigen Usern verwechseln, die ein Unternehmen tatsächlich als potentiellen Arbeitgeber in Betracht ziehen. Denn nur ein Drittel der Befragten gab an, dass sie als “Fan” eines Unternehmens dieses auch als attraktiven Arbeitgeber ansieht.
Beim Ranking der Kanäle hinsichtlich Internetnutzung, auch das ist interessant, liegt YouTube mit 90 Prozent sogar vor Facebook. Damit verdrängt das Video-Portal Facebook vom ersten Platz, den dieses noch im Jahr 2010 inne hatte.
Fazit: Immer noch fehlt es Unternehmen an der passenden Strategie, um Social Media für ihr Recruiting effektiv zu nutzen - obwohl sie um deren Wichtigkeit im Marketing wissen. Auf der anderen Seite erwarten Arbeitnehmer heutzutage von einem attraktiven Unternehmen, dass es sich hier auch angemessen zu präsentieren weiß. Diese Diskrepanz zu überwinden, ist eine Aufgabe, die Unternehmen bewältigen müssen, wenn ihnen ihre Reputation wichtig ist und wenn sie im Wettbewerb um begehrte Arbeitnehmer gewinnen wollen.



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